Clup Cup 2026 Task 1

Der Wetterbericht und insbesondere die Flugwetterprognosen versprechen gutes Flugwetter für den Samstag, somit kann der Sportchef seine Checkliste abarbeiten: Informationen an Piloten, Whatsapp-Gruppe erstellen, Fahrer und Treffpunkt-Resti, mögliche Flugaufgaben erwägen, alle erforderlichen Dokumente bereitstellen, usw.
Weil im Sportgelände Moos in Balsthal bereits Vorbereitungen für die Mega-Thal vom kommenden Wochenende laufen, treffen wir uns am LP Schwängimatt, bzw. am Schnitzelplatz für die Fahrt mit zwei Fahrzeugen auf die Obere Wengi. Die Flugschule Jura hat uns eines ihrer Fahrzeuge als zweiten Bus zur Verfügung gestellt, welcher schon fast traditionsgemäss von Ueli Schmid, genannt „Schmidu“ gefahren wird. So steht der DC Falk-Bus nach den reservierten Fahrten für die teilnehmenden Piloten für alle Freifliegenden zur Verfügung.
Am Briefing wird ein Task über knapp 70km mit 8 Bojen bekanntgegeben. Von den Bauarbeiten am Euroairport und folglich der nicht aktivierten Tango-Sektoren der TMA Basel wollen wir natürlich profitieren. Mit Benachrichtigung über Funk und per Whatsapp stellen wir die Luftraum-Informationen sicher.

Nun machen sich alle am Startplatz bereit. Es dauert etwas, bis die Auslösetemperatur für die Thermik erreicht ist, aber ab Mittag ist es soweit. Die Basis liegt beim Airstart um 13 Uhr auf rund 1700müM. Der kurze Schenkel zur ersten Wende bei Höngen wird für diejenigen Piloten, welche zu tief losfliegen, bereits zur Zitterpartie, und weil die Thermik noch zyklisch ist, leider für fünf Piloten auch bereits der Anfang vom Ende… schade.
Die anderen fliegen nun Richtung Westen und nehmen unterwegs die Boje Balmberg bei Welschenrohr mit. An der Walenmatt wird es spannend: Die normalerweise üblichen starken Thermikschläuche machen heute Pause und stattdessen hat es Blubberthermik mit einzelnen engen, aber starken Schläuchen, welche vom Südwind deutlich über die Krete hinaus nach Norden versetzt werden. Dank dem grossen 10km-Radius der Wendeboje Moron hat man die Möglichkeit, diese auf allen drei Jurakreten zu holen. Weil es am Raimeux schöne Cumuli hat und auf der Graitery nicht, quere ich dorthin. Nach dem Thermikanschluss kommuniziere ich meine Entscheidung per Funk, was hilfreich zu sein scheint, kommen doch die nächsten Piloten nach. Von der Wolkenbasis bei ca. 2000müM über dem Startplatz Raimeux sind die rund drei Kilometer bis zur Wende einfach zu schaffen und die Aufwindzone auf dem gleichen Rückweg schnell wieder erreicht. Eine Wolkenstrasse über die Seehöfe zur Tannmatt und weiter über den Brunnersberg markiert nun die schnellste Route. Ich entscheide mich bei Balsthal, nicht zum Roggen zu queren, sondern über den Beretenkopf und Bärenwil zum östlichen Wendepunkt zu gelangen. Entgegen den üblichen Bedingungen bei Wind aus südlicher Richtung wird die Bereten in dem Moment, als ich dort ankomme, auf beiden Seiten – für mich unerklärlich - von Norden her umströmt, und der Schlauch steht weiter draussen, fast über Holderbank. Unterdessen hat mich Kusi Jufer überholt und düst mit seinem Atos zum Finale Richtung Bojen Aarwangen (2km Radius) und Luterbach Autobahnkreuz (8km Radius), wo er umdrehen und den Radius der Zielboje bei Kestenholz überfliegen wird. Ich werde ihn erst wieder am LP Schwängi wiedersehen. Vorerst aber muss ich herausfinden, wie das Flachland funktioniert. Nach dem Wegfliegen komme ich tief bei Niederbuchsiten an, finde aber im letzten Moment die rettende Thermik dank einem Bussard! Danach entspanne ich mich und geniesse die zuverlässigen und ruhigen Schläuche, welche zum Teil bis über 2000müM hochreichen. Als ich von der letzten Wende Richtung Ziel fliege, sehe ich die anderen Finalisten, von Egerkingen her kommend, zum Teil auch von tief unten wieder aufdrehen und weiterfliegen – was für eine Freude! Einige landen schlussendlich am Landeplatz Schwängimatt, die anderen nach Überqueren der Ziellinie in Kestenholz bei „Schäru“ Charles Ingold. Für alle gibt’s ein wohlverdientes Bier zum Fachsimpeln über die heutigen Flüge.

Von den 20 gestarteten Piloten haben 15 die Hälfte der Taskdistanz geschafft - Gratulation! Sieben davon konnten die Aufgabe sogar komplettieren,und damit ist Task 1 gültig. Die gesetzte Aufgabe war zwar lang und die Bedingungen durch den stärkeren Südwind in den unteren Luftschichten zum Teil speziell, die erhaltenen Feedbacks waren jedoch durchwegs positiv – Danke! Schade, war es zu Beginn etwas Lotterie beim ersten WP Holzfluh.

Fazit: Genügend Höhe beim Airstart ist wichtiger, als von tief auf die Sekunde loszupreschen.

Nun hoffe ich auf Flugwetter beim Reservewochenende vom 30. Und 31. Mai und wünsche allen Falken und Falkinnen bis dahin noch einige schöne TMA-freie Flüge im Thal.